Rettet die Emoticons!
Mittwoch, 14. November 2007, 01:57 Uhr
Abgelegt unter: web-kultur

emoticon.jpgSeit 25 Jahren lächeln, weinen, schreien und motzen sie sich nun schon durch das Internet: die Emoticons. Im September 1982 schlug der Student und spätere Informatiker Scott Fahlman nach missverstandenen Scherzen und falsch verstandenen, ironischen Kommentaren in einem Bulletin Board der Carnegie Mellon University vor, zukünftig die Zeichenfolge :-) als ein Lachen zu lesen (Original-Nachricht). Doch die Emoticons sind, trotz ihrer Vielfalt, vom Aussterben bedroht.

Inzwischen gibt es unzählige Emoticons vom :— (= Elefant) bis :-? (= Pfeifenraucher). Damit man auch einen Atomkrieg kommunizieren kann wurde @= (= Atompilz) eingeführt. Nicht zu verwechseln mit der Zeichenfolge @,-`-,– (= Rose, man beachte die Dornen!). Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich diese Lesart und mit dem Siegeszug des WWW wurden auch die Emoticons (übrigens eine Wortkreuzung aus Emotion und Icon) zu einer weltweit gültigen Zeichenfolge.

Weltweit? – Nein, eine kleine Insel in Asien setzt sich dem :-) tapfer zur Wehr: Japan. Im Land der aufgehenden Sonne konzentriert man sich, aufgrund der traditionellen, mimischen Zurückhaltung der Japaner, auf die Augen, um den emotionalen Zustand des Gegenübers herauszufinden. Und nicht auf den Mund. Folgerichtig verwenden die Japaner statt :-) die Zeichenfolge ^_^ um ein lachendes Gesicht darzustellen.

Doch ausgerechnet in ihrem 25zigsten Jubiläumsjahr sind die Emoticons vom Aussterben bedroht. Statt der schlichten, verständlichen und charmanten Zeichenfolgen werden in Chats, Foren und SMS-Nachrichten zunehmend nervige Smiley-Grafiken verwendet. Die kleinen, angeblich witzigen Gesichter erinnern entweder an durchgeknallte Psychopathen-Mienen oder könnten - dank erdbeerroter Lippen - auch direkt aus dem Puff importiert worden sein. Von den debilen Teufel-Smileys ganz zu schweigen!

Und so bleibt nur der Aufruf: Rettet die Emoticons! Lacht mal wieder! :-)


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